Historie

Historie

Die Siedlung Ruppertshain (Ruprechtshan) wurde 1294 erstmals urkundlich erwähnt. 1895 wurde die erste Volksheilstätte Deutschlands für Tuberkulosekranke vom Frankfurter Rekonvaleszenten-Verein unter Schirmherrschaft von Hannah Mathilde von Rothschild aus dem benachbarten Königstein erbaut. Dabei wurde bei der Standortauswahl genau darauf geachtet, dass das Gebäude mindestens 6 Kilometer von deren Wohnsitz entfernt errichtet wurde. Damals hielt man diese Entfernung für notwendig, um sich vor der Tuberkulose zu schützen. Der Frankfurter Architekt und Stadtbaudirektor Dr. Carl Wolff plante das Gebäude sehr fortschrittlich und mit viel Liebe zum Detail. 1900 wurde es bei der Weltausstellung in Paris vorgestellt und fand große Beachtung. Mit der Eröffnung des Hauses verbesserte sich die wirtschaftliche Lage der Gemeinde Ruppertshain. Es wurden neue Arbeitsplätze geschaffen, und der Klinikbetrieb nahm in den folgenden Jahrzehnten maßgeblichen Einfluss auf das Leben in der Ruppertshainer. Die Frauen des Ortes halfen den Victoriaschwestern bei der Versorgung der Kranken und die Männer konnten in der Gärtnerei und den Stallungen Arbeit finden.

Nach mehreren Namensänderungen firmierte die ehemalige Lungenklinik ab 1967 als „Gerhard Domagk-Klinik“ bis zum Jahr 1982, als die Einrichtung leider geschlossen wurde. Die detaillierte Geschichte über die Volksheilstätte Ruppertshain ist in der Zeitschrift „Rad und Sparren“ des historischen Vereins Rhein-Main-Taunus e.V., Heft 33 / 2004 nachzulesen und im Bildband „Der Zauberberg“ von Thomas Hieronymi anzuschauen.

Eine private Investorengruppe kaufte das Klinikgelände und gab zunächst Aus- und Übersiedlern aus dem Osten eine vorübergehende Unterkunft. Anschließend wurde das Gebäude saniert und zu Wohnungen (Miet- und Eigentumswohnungen), zu gastronomischen Einrichtungen und für gewerbliche Zwecke (Dienstleister, Künstler) hergerichtet.